Über uns


Auf dem Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain beginnt Mateo Dineen 2004, seine Originale sonntags auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Im Gepäck hat er Fotos seiner Werke, eine Art Kunstkatalog. Eines Tages interessiert sich ein Junge für ein Bild, das aber schon verkauft ist und sagt: „Dann musst du es noch mal malen!“ - Das bringt Mateo auf eine Idee: Fortan verkauft er nicht nur seine Originale, sondern auch Kunstdrucke auf Papier. So erlangt er langsam Bekanntheit im Kiez und kann dort eigene Ausstellungen organisieren. Eine dieser ersten Ausstellungen besucht Johan Potma, der selbst Künstler ist. Es macht Klick. Auf freundschaftlicher, kreativer und professioneller Ebene. Nicht nur ihr Stil und ihre Technik ähneln sich, sondern auch ihre Ideen und Interessen.

So schmieden die beiden Pläne, ihr eigener Boss zu werden. Bald verkaufen beide bei Wind und Wetter ihre Kunst auf dem Boxi-Flohmarkt, wo sie viele kuriose Objekte finden. Diese benutzen sie als Bilduntergrund für ihre Monster. Darunter sind alte Koffer, Metall- und Holzschilder, Türen und Holzkistendeckel. Gekonnt beziehen sie Abnutzungsspuren wie rostige Nägel und Materialrisse in ihre Bilder ein. Ihre Kunst spricht die Menschen an.

2005 ist es dann soweit: Die Zozoville Gallery in der Mainzer Straße öffnet zum ersten Mal ihre Türen! Die Eröffnung zieht außergewöhnlich viele Menschen an und wird gebührend gefeiert.

Die Wände der Galerie sind dekoriert mit Originalen und gerahmten Monsterbildern. Alte Kaugummispender, Zigarrenschachteln, Musikinstrumente sowie getrocknete Blumen zieren die Flächen. Der Vintage-Look ist nicht erzwungen und folgt nicht dem Trend der letzten Jahre. Zozoville bekommt ständig neuen Zuwachs an Monstern. Mateo und Johan kreieren unermüdlich neue Kreaturen, haben eine Nase für aktuelle Trends: Klimawandel, die zunehmende Digitalisierung, aber auch Bands wie Joy Division oder Netflix-Trends wie die Serie Breaking Bad hinterlassen ihre Spuren in der Bildwelt der beiden Künstler; aber auch Themen, die das Leben der Menschen zu allen Zeiten in unterschiedlichen Lebensaltern bewegen.

Mit der Zeit erregen die Monsterbilder Aufmerksamkeit in den Medien. Johan und Mateo geben Interviews für unter anderen den Tagesspiegel und Die Welt, aber auch internationale Blogs zu Kunst und Kultur wie das Beautiful Bizarre Magazine. Es entstehen mehrere animierte Kurzfilme für Nickelodeon. Anthony Bourdain, amerikanischer Autor und Moderator von TV-Dokumentationen, interviewt die beiden Künstler in der Galerie.

Zozoville verdankt seinen Monsterfans viel – langsam kann das kleine Unternehmen wachsen. So kommen neben Traditionsprodukten wie dem Kalendarium, das es seit 12 Jahren in limitierter Auflage gibt, neue Produkte hinzu. Mit dem wachsenden Monsterrepertoire wird die Galerie in der Mainzer Straße zu klein. Seit 2018 findet ihr uns in der Simon-Dach-Straße, wo es mehr Raum für die Monster gibt. Fast jeden Sonntag sind wir auf dem Flohmarkt im Mauerpark. Zozovilles Online-Shop ermöglicht es, die Monster in die ganze Welt zu schicken.

Zozoville verdankt seinen Monsterfans viel – langsam kann das kleine Unternehmen wachsen. So kommen neben Traditionsprodukten wie dem Kalendarium, das es seit 12 Jahren in limitierter Auflage gibt, neue Produkte hinzu. Mit dem wachsenden Monsterrepertoire wird die Galerie in der Mainzer Straße zu klein. Seit 2018 findet ihr uns in der Simon-Dach-Straße, wo es mehr Raum für die Monster gibt. Fast jeden Sonntag sind wir auf dem Flohmarkt im Mauerpark. Zozovilles Online-Shop ermöglicht es, die Monster in die ganze Welt zu schicken.

Mateo Dineen

Als Kind ist er begeistert von der Idee, dass erwachsene Geld mit Monstern verdienen können, als er ein Star Wars Making-of im Fernsehen sieht. Trotzdem beginnt er dann, systemkonform Maschinenbau und Werbung zu studieren. Er bricht das Studium ab und im VW-Bus mit einem Freund zu einem Road Trip durch die USA auf. Das Freiheitsgefühl prägt ihn: Besser selbstbestimmt das machen, was ihm gefällt, als in einem Job zu arbeiten, der ihn unglücklich macht. Zurück in San Francisco studiert er Illustration an der Academy of Art und lernt dort Selbstdisziplin: Um mit den anderen Studenten mitzuhalten und besser zu werden, begibt er sich zwei Wochen lang in eine Quarantäne, entsagt allen Treffen mit Freunden und übt, was das Zeug hält. Mit Erfolg! Langsam etabliert er sich als Künstler in der Szene. 2004 zieht er aus Liebe nach Berlin, wo er gemeinsam mit dem niederländischen Maler Johan Potma Kunst auf dem Flohmarkt verkauft, bevor beide 2005 die Zozoville Gallery gründen.

Mateo malt vorwiegend mit Acrylfarben und benutzt als Bilduntergrund gerne historische Materialien, bei denen alte Stempel oder Schriftzüge in seinem Monsterbild durchscheinen. Auch alte Landschaftsbilder benutzt er, um sie mit seinen Monstern zu beleben. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart gibt seinen Bildern etwas Zeitloses und manchmal auch Melancholisches. Großen Einfluss haben unter vielen anderen die Kunst- und Charakterwelten der Muppets, Tim Burtons, Dr. Seuss und Jim Hensons auf ihn. Er ist stets mit einem Stift und Papier unterwegs.

Seine Inspiration zieht er unter anderen aus Büchern, aus Musik, Streifzügen durch die Stadt, alltäglichen Situationen oder skurrilen deutschen Wörtern, mit denen er gerne spielt. Mateos Kinderbuch Monsta! Ist bei Jung und Alt beliebt. Er hat sich das Kind in ihm bewahrt, aber es ist auch ein diszipliniertes Kind, wenn es um seine Kunst geht. Er kritzelt, radiert, verändert, verbessert, was das Zeug hält, bevor er eine Bildidee malerisch umsetzt. Wichtig ist dabei für ihn zu den Collagematerialien und vorhandenen Flohmarktobjekten, die er ins Bild integrieren möchte, einen inneren Bezug herzustellen. Wenn es funkt, ist das der Beginn eines neuen Kunstwerks. „Ich freue mich immer auf die nächste spannende Idee zum Malen und hoffe dann immer, dass es meine Beste sein wird.

Aber am Ende des Tages ist der Weg das Ziel.“ (Mateo, in: Molocha, Danai: The Benevolent Monsters of Johan Potma & Mateo Dineen: Interview. 02.12.2015, https://beautifulbizarre.net/2015/12/02/the-benevolent-monsters-of-johan-potma-mateo-dineen-interview/. Zuletzt gesehen: 24.03.2020.)

Mateos Skallywag Gallery befindet sich in der Herrfurthstraße 10 im Neuköllner Schillerkiez.

Johan Potma

Johan hat einen Abschluss als Grafikdesigner und Illustrator von der Minerva Art Academy, in den Niederlanden, seinem Geburtsland. 2004 zieht er aus Liebe nach Berlin und arbeitet als Grafikdesigner bei einer Berliner Firma. Noch im selben Jahr besucht er eine Ausstellung von Mateo im Friedrichshain und verkauft fortan gemeinsam mit ihm Kunst auf dem Flohmarkt, bevor beide 2005 die Zozoville Gallery gründen. Johans Auftraggeber sind u. a. Titus Skateboarding, Nickelodeon und der Playboy. Seine Illustrationen werden z. B. in Luerzer's Archive 200 Best Illustrators Worldwide (2007-2009) und The Upset (Die Gestalten Verlag) veröffentlicht.

Bevor er ein neues Bild malt, genießt er es, ein Blatt Papier vollzukritzeln. Das hat eine fast therapeutische Wirkung auf ihn. Johans meist in Acrylfarben gemalte Bilder werden oft von Sepia-Tönen beherrscht. Seine Inspirationsquellen wechseln, sie können auch schon mal Bob Ross geschuldet sein. Ideen entstehen für ihn, wenn er entspannt ist, sich ablenkt und sich keine Sorgen um etwas machen muss. Auch Johan arbeitet gerne mit Collagen. Darunter befinden sich botanische und andere wissenschaftliche Zeichnungen sowie Lexika Fragmente und sogar Einkaufslisten. Aus den vielen unterschiedlichen Schichten entsteht auf diese Weise eine wunderbare organische Bildtiefe. Nicht selten fügt er seinen oft detaillierten Motiven Beschriftungen bei. Seine Monster sind der Ausdruck der Ironie, mit der er das Leben allgemein und sein eigenes Umfeld wahrnimmt.

Alte Fotografien, insbesondere Familienporträts aus den ersten Jahrzehnten der Fotografie, bemalt er gerne mit seinen Monstern und verwebt so auf skurrile und urkomische Weise damals und heute. Gemeinsam mit dem australischen Comedy

Duo The Umbilical Brothers entstand das Kinderbuch A Monster In My House. Wäre er nicht einer der beiden Kreativmotoren hinter Zozoville, würde er gerne Insekten oder Tiefseekreaturen erforschen oder Stand-up-Comedian sein, doch da steht ihm sein Lampenfieber im Weg.

Müsste Johan sich für eine Lebensphilosophie entscheiden, wäre es wohl diese hier: „Nimm die Dinge, wie sie kommen und versuch, das Beste daraus zu machen; lass nicht Geld oder Angst deine Handlungen motivieren.“ (In: Big Beautiful Chunks of Time. 23.02.2010, in: https://web.archive.org/web/20121003041509/http://www.commarts.com/insights/big-beautiful-chunks-time.html. Zuletzt gesehen: 25.03.2020. Ursprünglicher Artikel in: http://www.commarts.com/insights/big-beautiful-chunks-time.html)

Johans Studiogalerie The Cheese Mountain Tragedy ist in der Schönleinstraße 32 in Berlin-Kreuzberg.